Ein Abend, drei Heimspiele, 48 Matches…

Am letzten Tag des Septembers waren die Gäste des TTV Hilfarth angereist, um gegen die dritte Mannschaft Waldniels anzutreten. Obwohl Dirk in der Begrüßung aufgrund der Ausgeglichenheit beider Mannschaften einen wahrscheinlich knappen Spielverlauf prognostizierte, schienen die Südländer nicht wirklich daran zu glauben, hatten sie doch im unteren Paarkreuz zwei Ersatzspieler dabei.
Wir hingegen traten in voller Stammaufstellung an, sprich mit den Möllers, den Stefans, Dirk und René. Entsprechend optimistisch gingen wir in die Doppel. Dirk/Stefan Z. erfüllten ihre Aufgabe, das Zweierdoppel Esser Junior/Keller zu besiegen, in vier Sätzen. Dabei gewannen die beiden ihre Durchgänge mit nur jeweils zwei Punkten Vorsprung. Bei René und Simon sah es nach zwei geteilten Satzerfolgen ebenfalls nach einem engen Spiel gegen Esser Senior/Rubach aus. Der Dritte und Vierte gingen dann aber leider mit elf zu acht an die Gäste. Die Führung aus den Doppeln sollten uns also Daniel und Stefan V. bescheren. So dachten wir es jedenfalls. Gegen das nominell wesentlich schwächere Doppel Clahsen/Paulussen fanden aber beide kein wirkliches Mittel, vor allem im Angriff kam einfach nichts auf die Platte – null drei. Damit hat unser Doppel drei bereits jetzt genauso viele Niederlagen auf ihrem Konto wie in der gesamten letzten Saison.
Noch im Verlauf des dritten Doppels besiegte Simon Kevin Esser recht mühelos in drei Sätzen. Außer ein bis zwei schnellen Topspins zum Satzanfang, konnte der Hilfarther nichts gegen Simons Spielstil ausrichten. Im zweiten vorgezogenen Spiel gegen Daniel schien es dafür umso besser zu laufen. Die Niederlage im Doppel hatte Daniel mental völlig fertig gemacht, entsprechend wenig lief deshalb auch im Einzel zusammen. Er haderte mit sich, konnte gar keine Konzentration aufbauen – eins elf im ersten Satz. Nachdem er zusätzlich eine hohe Führung im zweiten Durchgang verspielte, war Daniel am Ende…null drei. Im anschließenden regulären Spiel gegen H.W. Esser setzte sich die Gurkerei leider fort. Er gewann durch den Einsatz einiger blinder Bälle zwar den dritten Satz, Selbstvertrauen sollte ihm dies allerdings nicht geben. Eine erneute Niederlage war das Resultat. Damit war Daniels Spieltag bereits frühzeitig ohne Punktausbeute für uns beendet.
Dirk bestätigte seine derzeitige Spitzenform in der Mitte gegen Rubach recht souverän. Nach unüberlegtem Spiel im zweiten Satz, fand er in den Folgesätzen wieder zur Konzentration. Auch einen eins zu sechs Rückstand im vierten Satz konnte er in einen elf zu neun Sieg, was gleichzeitig den Matchgewinn bedeutete, umwandeln. Stefan V. schien gegen Keller ebenfalls alles im Griff zu haben. Einem deutlich gewonnenem ersten Satz folgte eine bequeme Führung im Zweiten. Diese verschoss unser Vierer allerdings mit einigen Vorhandbällen leichtfertig – zehn zu zwölf. In Folge stellte sich der Hilfarther immer besser auf Stefans fiesen parallelen Unterschnitt ein und drehte das Spiel in vier Sätzen zu seinen Gunsten. Vor allem im Angriff merkt man dem Elektromeister sein fehlendes Training an.
Wir erhofften uns nun zwei Siege im unteren Paarkreuz, schließlich waren René und Stefan deutlich favorisiert. Stefan füllte diese Rolle gegen Paulussen auch voll aus – gewann locker gegen die Nummer fünf der Gäste. René tat sich anfangs gegen den immer noch sehr flinken Friedel Clahsen sehr schwer. Dieser umlief seine Rückhand bei jedem Ball, um seinerseits in Neußens Rückhand zu ziehen – elf zu vier für den Hilfarther. Nach intensivem Coaching durch Dirk, konnte René das Runder allerdings rumreißen und gewann die drei folgenden Sätze immer deutlicher.
Beim Stande von fünf zu fünf mussten erneut Dirk und Simon an die Tische, beide waren entschlossen uns in Führung zu bringen.
Simon schien es mit H.W. Esser recht einfach zu haben. Den ersten Satz gewann er zu sieben und auch im Zweiten führte er bereits mit sieben zu null. Merkwürdigerweise schien der Einser der Gäste dann aber plötzlich ins Spiel zu finden. Immer sicherer agierend klaute er sich den Satz trotz des hohen Rückstandes noch. Der Dritte ging in der Verlängerung an unseren Halbkoriander, im Vierten machte Simon den Sack erneut nicht zu und verdaddelte einige Matchbälle. Esser Senior kam erstarkt zurück und kämpfte sich in den Entscheidungssatz, in welchem Simon aber schnell mit fünf zu sein davonzog. Doch diese Führung schien den alten Fuchs nicht zu entmutigen. Simons Faden schien wieder wie abgerissen, wohingegen Esser nun jeden Ball auf die Tafel bugsierte. Plötzlich chancenlos unterlag Möller, der Bessere, mit sechs zu elf.
Dirk war also gegen Keller gefordert, den Ausgleich zu halten. Bis zum sechs zu drei im ersten Satz schien auch alles nach Plan zu laufen. Dann aber tat sich ein sehr tiefes Konzentrationsloch, wie in früheren Zeiten, auf – sieben elf. Der Ärger war jedoch flott im Keim erstickt worden. Infolgedessen spielte unser Dreier von Satz zu Satz stärker auf und gewann zu neun, sieben und fünf. Stefan V. war gegen Rubach heiß auf seinen ersten Saisonsieg. Bereits der erste Satz war absolut umkämpft, jedoch schien ihn keiner von beiden wirklich gewinnen zu können. Nach jeweils abgewehrten Satzbällen, war es leider Rubach, welcher mit 16 zu 14 gewann. Stefan zeigte sich aber unbeeindruckt von diesem Satzverlust und holte sich seinerseits den Zweiten. Im dritten und vierten Satz fehlte ihm, wie schon im ersten Einzel, erneut ein wenig, um das Match für sich entscheiden zu können – eins zu drei.
Wollten die Waldnieler das Spiel noch gewinnen, war klar, dass beim Stande von sechs zu sieben alle nun folgenden Partien gewonnen werden mussten.
Das untere Paarkreuz war unter Druck. Stefan Z. spielte gegen Clahsen eben das, was für einen recht ungefährdeten drei null Sieg reichte. Wesentlich umkämpfter lief Renés Partie gegen Paulussen ab. Der Hilfarther sicherte sich den ersten Satz und auch im zweiten schien er lange die Oberhand zu haben. René biss sich jedoch in die Partie und stahl den sicher geglaubten Satz noch. Paulussens Psyche war nun ebenso angeknackst wie Daniels in seinen Matches. Daraus resultierte ein sicherer Satzgewinn für unsere Nummer fünf. Auch im Vierten sah es klar danach aus, dass wir im Schlussdoppel um den Sieg werden spielen können. Doch der Hilfarther kam noch einmal zurück, indem er beim Stande von acht zu zehn zwei Matchbälle abwehrte. René machte es diesmal aber besser als zuletzt gegen Borussia und verwandelte seinen Dritten zum zwölf zu zehn Matchgewinn. Hass erfüllt feuerte die gegnerische Nummer fünf seinen Schläger auf den Boden und zerstörte das Holz damit vollständig.
Voller Freude sah Dirk dem spielentscheidendem Duell der Einserdoppel mit Stefan Z. gegen H.W. Esser/Rubach entgegen. Zu Beginn des ersten Satzes lief es jedoch noch nicht so richtig rund. Erst beim Stande von sechs zu zehn trumpften unsere Jungs unter atmosphärischer Kulisse groß auf. Alle vier Satzbälle konnten abgewehrt und der erste Eigene souverän verwandelt werden. Der Satzverlauf des Zweiten war ebenfalls sehr knapp, das glücklichere Ende hatten aber erneut Dirk und Stefan. Wer dachte, dass der Dritte nun ein Selbstläufer werden sollte, hatte sich klar geirrt. Unter frenetischem Applaus der Zuschauer wurde jeder Punktgewinn gefeiert. Vor allem Ingos Anfeuerungsrufe drangen bis in die Köpfe der Spieler vor. Die ausgeglichene Partie zog sich erneut bis in die Verlängerung, in der Satz-  und Matchbälle abgewehrt wurden. Schließlich verwandelte unsere Kombo den Ball zum 13 zu elf Spielgewinn.
Damit entschieden wir das Duell mit dem TTV Hilfarth mit neun zu sieben für uns. Matchwinner an diesem Abend waren sicherlich Dirk und Stefan Z., die zusammen sechs Punkte für die dritte Mannschaft erspielten. Stefan V. ist nun vier Wochen im Urlaub und wird sich höchstwahrscheinlich in diesem auf die Spiele nach den Herbstferien durch intensives Training vorbereiten, um gestärkt zurückzukommen.
Neben unserem Spiel gingen auch die Spiele der ersten und zweiten Mannschaft erst im Schlussdoppel zu Ende. Jörg/Tim konnten dabei das gegnerische Einserdoppel der TTG Netphen in vier Sätzen niederringen und das Meisterschaftsspiel zu Waldniels Gunsten entscheiden. Erik und Sebastian hätten gegen Zipfel/Zipfel vom 1. TTC BW Breyell das Unentschieden für die Zweite retten können. Jedoch brachten sie keinen Satz, trotz hoher Führungen, nach Hause und verloren mit null zu drei und sechs weniger erzielten Punkten.