Drei ordentliche Matches der Zweiten

In den letzten zwei Wochen stellte sich die Zweite der Herausforderung, gleich drei verlegte Meisterschaftsspiele in der Woche zu bestreiten. Nach einer bisher „grottoiden“ Hinrunde konnten gegen den Aufstiegskandidaten Erkelenz (letzten Mittwoch), den Abstiegskandidaten Baal (letzten Donnerstag) sowie den Tabellenführer aus Kempen (diesen Mittwoch) jeweils um 20.00 Uhr insgesamt stolze vier Punkte ohne Niederlage errungen werden, während gar sechs Punkte möglich gewesen wären – trotzdem ein deutlicher Aufschwung. Die Ergebnisse kamen wie folgt zustande:

Es versteht sich von selbst, dass es sich die Mannschaft nicht nehmen ließ, wie bisher schon in jedem einzelnen Match mit 1:2 in den Doppeln zu starten. Erfolgreich waren chronologisch gesehen lediglich Voss/Möller, Voss/Mesken und Jonas/Voss. Wie der beflissene Leser bemerken wird, lässt sich da ein Muster erkennen: Glücklicherweise blüht „Vossi“ langsam auf und kam zuletzt nicht nur in den Doppeln ins Rollen; an den Ergebnissen zeigt sich nun, wie sehr uns Christophs Punkte bisher gefehlt haben und diese nunmehr mitentscheidend für den Umschwung sind. Ärgerlich war insbesondere, dass Leupold/Jöbkes gegen Erkelenz beim Stande von 2:1 und 10:8 noch im Entscheidungssatz unterlagen. Gegen Baal nicht minder ärgerlich gestaltete sich der Verlauf des Doppels Leupold/Möller, welches beim Stande von 1:2 und 10:7 nicht in den Entscheidungssatz geführt werden konnte. Lustig war immerhin, dass hinsichtlich des Duells gegen Baal kein Vertrauen mehr in die bisherigen Doppelkonstellationen bestand, sodass wir die Doppel komplett losten, was einigen Frohsinn verbreitete.

Im oberen Paarkreuz ließen wir nichts anbrennen, so konnten Leupold und Voss in den Matches der letzten Woche jeweils 3:1 spielen, während Sebastian und Daniel zuletzt gegen Kempen leider nicht über ein 2:2 hinauskamen, der gegnerische Herko aus Kempen war leider zu stark, obwohl ihn Daniel immerhin in den Entscheidungssatz zwang. Erwähnenswert ist sicherlich, dass Leupold den gegnerischen Kroyer aus Baal im Zeitspiel besiegte, nachdem beide Abwehrspieler kein sonderliches Vertrauen in den eigenen Angriff gezeigt und die Nerven des Publikums mit schier endlosen Baalwechseln strapaziert hatten (3:1).

Im mittleren Paarkreuz kommt langsam „Leben in die Bude“, dies liegt insbesondere an der aufsteigenden Form von Kevin, welcher in drei Spielen in der Mitte von insgesamt acht gewonnen Einzeln fünf zu einem gewinnen konnte. Während Christian noch immer mit seiner Form hadert (1:3 Spiele), spielte „Vossi“ oben 2:2 und in der Mitte 2:0, was zuletzt auch der deutlich verbesserten kämpferischen Form geschuldet war. Während die beiden oberen Paarkreuze folglich mit jeweils 8:4 brillierten, konnte das untere Paarkreuz nicht hinreichend überzeugen. Während wir zu Saisonbeginn noch dachten, dass Simon und Michael hohen Hauptes durch das untere Paarkreuz der Liga marschieren würden, waren 6:6 Spiele auch hinsichtlich dieser drei Begegnungen zu wenig:

Möller und Jöbkes kamen dabei jeweils auf 3:3 Spiele und schöpften ihr Potential dabei entsprechend leider nicht aus. Besonders erwähnenswert erscheint insoweit allerdings, dass Simon gegen Erkelenz den starken Ersatzspieler Twardygrosz in vier Sätzen niederringen konnte, woraufhin allerdings eine schwache „Performance“ gegen Schmitz folgte. Im Match gegen Baal starteten beide Recken indes erst in der zweiten Einzelrunde durch. Als es dann aber immer enger wurde, konnten beide wichtige Partien (beim Stande von 6:7) gegen Rudolph und Kremer nach tollem kämpferischem Einsatz noch im fünften Satz gewonnen werden. Auch im Match gegen Kempen, welches einzig gewonnen werden konnte, holten Simon und Michael jeweils die Einzel der zweiten Runde und vollendeten unseren Lauf von 4:6 auf 9:6 zum Sieg über den Tabellenführer.

In den Begegnungen der letzten Woche jedoch mussten wir jeweils ins Schlussdoppel, glücklicherweise jedoch beim Stande von 8:7, sodass jeweils ein Punkt bereits sicher war. Das war auch vonnöten, weil die Spiele gleichermaßen verloren gingen: Gegen Erkelenz spielten Leupold/Jöbkes gegen die mittlerweile starke Paarung Tulke/Funke. Nachdem Funke einige Zeit ins Spiel gebraucht hatte und erst in seinem zweiten Einzel gegen Christoph aufdrehte (welches glücklicherweise hauchdünn an uns ging), spielte er schließlich ähnlich sicher und erzielte mit seinem Doppelpartner verdient den Schlusspunkt (0:3). Gegen Baal war das geloste Doppel bestehend aus Daniel Leupold und Simon ein wahres Drama:

Nachdem der erste Satz von uns geklaut werden konnte und der zweite Durchgang deutlich an die Gegner ging, wurde das Match langsam hochwertig und spannend. Im dritten Satz hatte die Paarung noch nicht erkannt, was der rechte Weg sein würde: Leupold und Möller mussten ganz nach ihrem defensiven Talent lediglich jeden Ball zurückbringen, worauf sie sich erst im vierten Satz vollends einstellten (7:11, 11:1 !). Im fünften Durchgang kämpften die beiden verbissen und erfolgreich, beflügelt von der Tatsache, dass Michael am Nebentisch soeben einen Rückstand von 1:6 im letzten Satz noch bravourös hatte drehen können; dies bedeutete schließlich, dass wir um den Sieg, nicht etwa nur um das Remis kämpften. Bis zum Stande von 10:5 wurde sich gepusht bis zum Äußersten, Tischtennis zu spielen machte zu diesem Zeitpunkt richtig Spaß. Was allerdings jetzt kommen sollte, ist nur dann ansatzweise nachvollziehbar, wenn man Simons Temperament kennt und man darum weiß, dass es manchmal mit ihm durchzugehen pflegt. Selbst der durchgedrehte Möller hätte aber nicht vermurkst, was dieses wahnsinnige Ebenbild von Simon nun fertigbringen sollte: Von zunächst fünf verlorenen Bällen zum 10:10 dachte er offenbar viermal, teilweise mehrmals voll durchziehen zu müssen, bis der Fehler erfolgte – es sei noch einmal bemerkt, dass das Spiel nicht mehr hätte verloren gehen können, wenn man gegen Kroyer/Rudolph, welche gegen unser Abwehrdoppel nicht durchschlagsfähig genug waren, einfach noch einige Ballberührungen abgewehrt hätte. Auch beim Punktausgleich besann sich Möller nicht auf das Abwehrspiel und verzog noch zwei weitere Bälle, schließlich stand es 11:13, das zweite „unglückliche Unentschieden“ innerhalb von 30 Stunden war „eingetütet“.

Fazit: Vier von möglichen sechs Punkten ist gegen starke Mannschaften eine gute Leistung. Nach den Spielverläufen wären aber mindestens fünf oder sechs Punkte möglich bzw. sogar verdient gewesen. Entscheidend ist nach der bescheidenen Auffassung des Verfassers jedoch, dass sich insbesondere in Person von „Vossi“ und Kevin ein klarer Aufwärtstrend erkennen lässt, welcher nun drei ordentliche Mannschaftsleistungen hervorgebracht hat. Sollten wir das letzte Hinrundenspiel gegen Vanikum erwartungsgemäß gewinnen und in der Rückrunde ähnlich geschlossen antreten wie in den letzten zehn Tagen, dürfte der Abstieg nicht zu fürchten sein.

Daniel Leupold