Das nächste wahnsinnige Match der Zweiten Herren!

Nachdem aufgrund der erbärmlichen Hinrunde der Abstieg zu fürchten war, konnte die Zweite Herren mit vier Siegen aus den letzten vier Partien den Nichtabstieg nach aller Wahrscheinlichkeit feiern. Besonders hervorzuheben war der hauchdünne Erfolg über die aufstiegsrelevanten Rheydter. Nun sollte es erneut gegen einen Aufstiegskandidaten gehen, wir spielten in Gierath – das Match sollte mindestens ebenso sehr begeistern:

Jonas/Makowski konnten ihr Doppel gegen die nominellen Nummern drei und vier leider nicht gewinnen – der dritte war der finale Rückstand. Am Nebentisch konnten Leupold/Jöbkes das Doppel Fliegen/Füsser zwar ein wenig kitzeln, jedoch fehlte immer wieder die Sicherheit, um die sämtlich knappen Sätze „nach Hause zu bringen“, 0:3. Schon früh war also zu befürchten, dass uns die Höchststrafe nach den Doppeln ereilen würde, denn unsere dritte Paarung bestand aus den im gemeinsamen Spiel unerfahrenen Theloy/Willemsen. Diese gaben den ersten Satz auch erschreckend deutlich ab, um den zweiten ebenso deutlich zu gewinnen (-3,+3). Nachdem der dritte Durchgang wieder deutlich verloren war, und es im vierten in die Verlängerung ging, wurde das Schlimmste befürchtet. Die beiden Recken konnten jedoch diesen und den letzten Satz schließlich deutlich einfahren (-6,+12,+5). Dies war eine faustdicke Überraschung – es sollte der Anfang eines großen Kampfes sein…

So spielte Leupold das erste Einzel gegen den zuweilen hochmütig wirkenden Fliegen; die ersten beiden Sätze waren noch ausgeglichen mit +9 und -9, bis Daniel seine absolute Sicherheit erreichte und seinen Gegner zweimal im Schneider von der Platte schickte. Am Nebentisch spielte Jonas die wohl spannendste Partie des Abends gegen Füsser: Nach starkem ersten Satz musste Sebastian das souveräne Block- und Spinspiel des Gegners würdigen und ging mit 1:2 in Rückstand. Durch eine Energieleistung und zwei Sätze beinahe fehlerfreien Angriffspiels konnte er dieses Match unter Applaus beider Mannschaften letztlich gewinnen (+5,-9,-3,+7,+8). Nun winkte zum ersten Mal ein kleiner Vorsprung, welchen wir nicht zu erhoffen gewagt hatten. Man konnte spüren, dass die Begegnung nicht so einseitig ausgehen musste wie befürchtet…

Die Führung verloren wir jedoch postwendend wieder, indem Jöbkes gegen Esser mit 1:3 unterlag. Dabei spielte Michael nicht schlecht, er musste jedoch die Klasse des starken Gegners respektieren. Die erneute Führung von 4:3 konnte Makowski erreichen, welcher gegen den unangenehm zu spielenden Meutgens bereits mit 0:2 in Rückstand geraten war. Alex steigerte sich jedoch von Satz zu Satz merklich, bis er schließlich den verdienten Lohn für seine Mannschaft einbrachte (-8,-4,+6,+8,+2). Im unteren Tableau verlor Norbert gegen Sack mit 0:3, dabei waren die Sätze eins und drei nicht unerreichbar (-9,-5,-10). Theloy hatte sich jedoch durch eine Störung aus dem anderen Court herausbringen lassen und haderte noch deutlich mit der Folge, dadurch den ersten Durchgang verloren zu haben. Schließlich vollendete Dirk die erste Einzelrunde gegen den in diesem Paarkreuz kaum geschlagenen Zambrano. Willemsen ging auch mit 0:2 in Rückstand, obgleich im zweiten Durchgang bei Satzball die Chance zum Ausgleich bestand. An sich lag das eher langsame Abwehrspiel unserem prominenten Ersatzspieler, welcher in der Folgezeit auch sein volles Potential ausschöpfte; er kämpfte sich Stück für Stück heran, lag jedoch im finalen Durchgang nach einigen Unsicherheiten mit 6:9 zurück. Nach einem Time-out und einem abgewehrten Matchball bei 9:10 verwandelte Dirk schließlich die eigene Chance zum begeisternden 12:10. Diese Leistung stellte nicht nur einen eminent wichtigen Spielpunkt dar, es ist insbesondere anzumerken, dass der Besiegte in der Differenz über 200 TTR-Punkte in Front lag.

Nun sollte die Führung gehalten werden. Dies erschien auch zunächst als erfolgreiches Unterfangen, da Sebastian gegen die Nummer eins des Gegners mit 11:9 in Führung ging. Fliegen stellte sich jedoch mit seiner ganzen Körpergröße und verboten starkem Block- und Winkelspiel zunehmend besser auf Jonas‘ Top-Spins ein und konnte diesen letztlich mit 3:1 in die Schranken weisen. Nun war der erste Rückstand seit längerer Zeit zu befürchten, denn Füssers weiches Top-Spin-Spiel sollte Daniel nicht gerade liegen; nach hohem Rückstand im ersten Satz konnte Leupold diesen jedoch noch „klauen“; nach hoher Führung im zweiten Durchgang kam hingegen Füsser wieder heran, was Daniel bei 9:8 zu einem Time-out veranlasste. Dieses zeigte offenbar Wirkung, denn auch der zweite Satz konnte gewonnen werden. Der Gegner war jedoch alles andere als gebrochen und trumpfte nun groß auf. Daniel stemmte sich mit aller Kraft dagegen, konnte jedoch nicht verhindern, dass sein Kontrahent die Sätze drei und vier für sich entschied und im Entscheidungssatz gar mit 5:1 in Führung ging. Das konsequente Abwehrspiel ermüdete den Gegner mittlerweile jedoch offenbar, sodass dieser sich nun immerhin ein paar wenige leichtere Fehler erlaubte. Schließlich konnte Daniel diese Partie doch erstmalig für sich entscheiden und die erneute Führung begründen (+11,+8,-9,-7,+8).

Alex spielte daraufhin wie so oft für das Publikum ansehnliche fünf Sätze, welche mal der eine und mal der andere dominierte. Makowski präsentierte sich zu unserem Glück erneut als besonders nervenstark, ein erzwungener Blockfehler von Esser besiegelte das 11:9 im Fünften. Währenddessen ging Jöbkes absolut unnötig gegen Meutgens mit 0:2 in Rückstand. Aufgrund konsequenten Angriffspiels erspielte Michael sich eine 9:5-Führung im ersten und eine 10:8-Führung im zweiten Satz. Lediglich die erfolgreiche Beendigung der Durchgänge wollte ihm nicht gelingen. Glücklicherweise brachte diese unglückliche Fügung Michael jedoch nicht von seinem Kurs ab und er konnte die Sätze drei und vier gewinnen. Im Entscheidungssatz führte Jöbkes dann mit 8:5 – dies war der optimale Zeitpunkt, um eine Führung mal ins Ziel zu retten – was Michael zu unserer Freude und als Lohn für ein tolles Comeback auch tat (-9,-10,+10,+7,+7). Somit stand es plötzlich 8:5 gegen den Favoriten, der Sieg war zum Greifen nah…

Leider ist der Sportskamerad Theloy allerdings noch nicht wieder auf altem Niveau; dies wurde erneut deutlich, als er Zambrano nach respektablem Kampf gratulieren musste. Dabei hatte Norbert den zweiten Satz noch gewinnen können; die Hoffnung, dass Norbert die notwendige Konstanz entwickeln würde, wurde jedoch enttäuscht, 1:3. Auch Willemsen fand nicht hinreichend in sein Spiel, gegen Sack vergab er einen Satzball im Ersten, dann schien die Luft ‚raus zu sein, 0:3. Hätten wir vor der Begegnung gewusst, dass das Schlussdoppel über Sieg oder Unentschieden entscheiden würde, hätten wir uns gratuliert – nach der 8:5-Führung fürchteten wir nun jedoch, die Überraschung noch zu verpassen. Diese Sorge wurde noch verstärkt, als Jonas/Makowski ein 8:2 im Eröffnungssatz nicht zu einem Satzgewinn ummünzen konnten, 9:11. Auch der folgende Durchgang führte zu einer 8:2-Führung, diesmal blieben unsere beiden unermüdlichen Krieger jedoch nichts schuldig und gewannen 11:2. Nachdem im dritten Durchgang wiederum ein 7:2 erspielt wurde, kamen die Gegner wieder heran, nach 10:7 und 10:9 genügte der letzte Satzball glücklicherweise zur Führung. Den vierten Durchgang beherrschten Sebastian und Alex nun im Wesentlichen, dieser endete mit 11:7.

Fazit: Der Abstiegskandidat Waldniel II hat mit einer Serie von 10:0 Punkten ein deutliches Zeichen gesetzt. In der Begrüßungsrede wurde unter Bezugnahme auf die vier siegreichen Spiele noch gewertet, dass man mit einem Waldnieler Sieg fest rechne – selbstverständlich war dies als Witz zu verstehen. Dass wir diese enorm stark besetzte Mannschaft wirklich würden schlagen können, vermuteten wir indes nicht. Umso erfreulicher ist es zu sehen, was die Mannschaft aus sich herausholen kann, wenn sie kollektiv kämpft „bis zum Umfallen“. Das Thema Abstieg wird sogar rechnerisch vom Tisch sein, wenn wir nächste Woche gegen Anrath nicht verlieren. Es ist zu hoffen, dass wir dann eine ähnlich mitreißende Begegnung erleben. Folgende Zahlen verdeutlichen, was dieses Match für ein Wahnsinn war:

9:7 Spiele (!) – 32:37, also trotz des Sieges minus fünf Sätze (!!) – sieben von acht Fünfsatzspielen, dabei alle sechs Entscheidungssätze in den Einzeln gewonnen (!!!)

Bericht geschrieben von Daniel Leupold.